Schicksalsschläge versus Lebensplanung

Schicksal oder Planung?

Man macht, man tut, man plant.

Das Leben hat aber seinen eigenen Plan. Und der muss nicht zu unserem Plan passen. Und je mehr man in seinen eigenen Vorhaben gefangen und verstrickt ist, desto leichter wirft einen das Leben und das Schicksal aus der Bahn.

Jeder von uns hat eine genaue Vorstellung von der nächsten Zeit im Leben. Jeder hat seine Ziele im Leben und im Job, die man erreichen will. Egal ob diese Ziele nun langfristig geplant sind oder es sich „nur“ um kurzweilige Etappen zum großen Ziel handelt, es sind für uns wichtige Angelegenheiten. Darum dreht sich unser Leben mehr oder weniger.

Wir sind der Meinung, dabei handelt es sich um wichtige Angelegenheiten und richten unser Leben dementsprechend ein.

Doch das Leben ist selten unserer Meinung. Es hat, im Gleichklang mit dem Schicksal, meist eine andere Prämisse. Und es hat eine unglaublich harte Gerade um uns zu zeigen, was gerade wichtiger ist.

Das Leben hat manchmal eine sehr brutale Art uns unwichtigen Sandkrümeln zu zeigen wer hier das sagen hat.

Meist passiert dann irgendein Drama, das uns aus unserem Netz aus Träumen und Plänen reisst und uns direkt ins Jetzt und Hier katapultiert.

Wenn des Schicksal übernimmt

Wenn man gerade denkt das es gut läuft, läuft es meist direkt gegen die Wand.

In meinem Falle war es ein schwerer Autounfall meiner Partnerin.

In einem Augenblick ändert sich alles im Leben. Alle Pläne und Träume werden sofort reduziert auf das einzig Wichtige. Alles wird bedeutungslos und banal angesichts von schweren Verletzungen und vielleicht sogar Tod und Verlust eines geliebten Menschen.

Alles ändert sich in dem Augenblick, wenn das Telefon klingelt und jemand uns von einem schweren Unglück in Kenntnis setzt.

Bei mir wird dann eine Art von „Notprogramm“ in Gang gesetzt. Ich blende alles um mich aus und richte meinen Fokus auf das Wichtige und Naheliegende.

Wenn alles geordnet und in ruhigen Bahnen ist, tritt er in den Hintergrund und wird zum nachsichtigen Beobachter, der im Verborgenen analysiert und begutachtet.

Dann können die Emotionen wieder hervortreten und verarbeitet werden. Das mag für manche nach kalter Logik und Herzlosigkeit aussehen, aber das ist es nicht.

Ich habe die Wahl, mich meinen chaotischen Emotionen hinzugeben, die zu nichts führen. Oder ich kann zuerst meine Probleme lösen und dann emotional werden, wenn die Zeit es wieder hergibt.

Wir haben immer die Wahl im Leben. Überleben oder untergehen. Probleme lösen oder jammern.

Wir haben die Wahl!

Ähnliche Vorgänge laufen auch während der Meditation ab. Man reduziert nach und nach die äußeren Reize, in dem man sich auf wenige (Sinnes)Reize konzentriert und damit Ruhe und Klarheit in sein Dasein bringt.

In solch dramatischen Situationen des Lebens übernimmt mein innerer Beobachter die Regie über das emotionale Schlachtfeld in mir, das er sonst nur weise lächelnd betrachtet.

Er trifft die nötigen Entscheidungen mit taktischem Kalkül und lässt sich durch aufgewühlte Emotionen nicht aus der Ruhe bringen.

In der Meditation lernt man sich selbst zu beobachten. Nur wer sich selbst intensiv beobachtet und kennen lernt, kann aktiv eine Wahl treffen. Nur dann ist man seinen Emotionen und seinem Ego nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann seine Wahl selbstbestimmt treffen.

Manchmal bleibt eben kein Raum für nutzloses Gejammere und Zeitverschwendung. Emotionen kann man ausleben, wenn man das Wichtige erledigt hat.

Dann erkennt man auch, wie unwichtig die vielen Pläne im Leben eigentlich sind. Wie falsch es manchmal ist, im „irgendwann und irgendwo“ zu leben und das Leben ständig zu verschieben. Das Leben findet jetzt statt. Das einzige was wichtig ist, passiert jetzt. Alles ist im Wandel, alles kann jederzeit verschwinden. Nichts hat Bestand, weder im Inneren noch im Äußeren. Man muss JETZT genießen, was man hat. Alles andere ist Vergeudung von Kraft und Lebenszeit.

Von der Meditation ins „echte“ Leben

Das begreift man in dem Augenblick der Erkenntnis, das etwas Schlimmes passiert ist, das unser Leben sofort auf den Kopf stellt. Das etwas alles für immer verändert hat.

Daran sollte man immer denken, wenn etwas besonders wichtig zu sein scheint. Wenn man sich festgefressen hat in Vorstellungen oder Plänen. Wenn man sein Leben auf „irgendwann“ schiebt für den Job. Wenn etwas andere wichtiger als die Familie und Freunde wird. Wenn sich der Fokus verschoben hat und man den Boden unter den Füßen zu verlieren beginnt.

Dann wird es Zeit, den inneren Beobachter die Führung übernehmen zu lassen und mal das Ego in eine abgelegene, dunkle Ecke im Ich zu verbannen.

Nur das Jetzt ist wichtig. Nur das Hier ist echt. Alles andere ist Illusion. Pläne sind gut, aber nicht wichtig. Sie sind nur Fiktion und Möglichkeit, aber nie Realität.

Wir sind jetzt und hier. Nichts weiter, nicht mehr und nicht weniger.

Das sollten wir nie vergessen.

Geniesst die Gegenwart und das Leben. Jetzt könnt ihr alles tun. Morgen ist nur Zeit, die noch nicht begonnen hat. Gestern ist nur ein unwirklicher Traum, den man nicht mehr ändern kann.

Was ihr auch tun wollt- tut es jetzt. Morgen könnte es zu spät sein.

Ich wünsche uns allen eine gute Zeit. Jetzt!

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