Was ist eine Mala?

Was ist eine Mala?

Herkunft und Bedeutung

Der Begriff „Mala (माला, sprich: mālā)“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Meditationskranz“. Malas wurden von den alten Yogameistern während eines speziellen Rituals an ihre Schüler übergeben, um Sie auf dem Weg zur Erleuchtung zu unterstützen.

Auch im Buddhismus werden Malas eingesetzt.

Malaketten bestehen aus 108 oder 54 Perlen, eine Guruperle (oder Bindhu), in der die Fäden zusammenlaufen und meist einer Quaste. Es gibt verschiedene Abwandlungen.

Die Tibetische Mala

Die Tibetische Mala besteht aus 108 Perlen, mit drei in Form, Farbe oder Material abweichenden Elementen, sogenannten Marker-Perlen, im Abstand von jeweils 27 Perlen. Sie unterteilen die Mala in vier Teile, die für die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente stehen. Sie repräsentieren die materielle Ebene, das Fundament, das uns auf unserem spirituellen Weg Halt gibt.

Die Zen-Mala

Eine Mala im Zen-Stil besteht aus 108 Perlen mit vier Marker-Perlen, welche die Mala in Einheiten von 7, 14, 66, 14, 7 unterteilen. Die Zahl 7 steht im Zen-Buddhismus für die Einheit von spiritueller und materieller Ebene. Als Summe von drei und vier steht sie symbolisch für die Dreifaligkeit Gottes und die vier Elemente.

Die Mantra-Mala

Eine Mantra-Mala besteht immer aus 108 Perlen, unterteilt von drei Marker-Perlen in Teile zu je 21, 33, 33 und 21 Perlen. Die Mantra-Mala nimmt eine Sonderstellung unter den Mala-Stilen ein, da sich die Zahl 21 weder auf die materielle noch auf die spirituelle Welt bezieht, sondern auf den Praktizierenden selbst. So steht sie für die 21 Atemzüge, die der Mensch in tiefer Meditation sowie bei ruhigem, entspanntem Geist im Alltag innerhalb von zwei Minuten tätigt.

Material

Meist besteht eine Mala aus Sandelholz, Rosenholz, Rudraksha oder Edelstein.

Die Guruperle kann ebenfalls aus Stein, Holz oder Metall bestehen.

Benutzung

Die Mala liegt immer in der rechten Hand in der Fingerbeuge des  letzten Gliedes des zweiten Fingers (zwischen dem Zeigefinger und dem Ringfinger- also des „Stinkefingers“. Der Zeigefinger wird nicht benutzt und wird abgespreizt. Er steht für das Ego und wird als „unrein“ angesehen, und daher darf er die Mala nicht berühren. 

Jedesmal wenn nun das Mantra rezitiert wurde, zieht man mit dem rechten Daumen die Mala eine Perle weiter in Richtung zu sich selbst. Bei einer Mala mit 108 Perlen beginnt man an der Guruperle, der Daumen liegt auf der ersten Perle. Dann werden alle Perlen (bis auf die Markerperlen, die nicht mitgezählt werden) abgearbeitet, bis man am anderen Ende wieder bei der Guruperle ankommt. Hier kann man nun seine Meditation beenden oder weitermachen, wenn man möchte. Allerdings „überschreitet“ man dabei die Guruperle niemals! Ist man an der letzten Perle (vor der Guruperle) angekommen, wendet man und macht praktisch „rückwärts“ weiter. Die Guruperle zu überqueren bringt der Tradition nach Unglück. Also lassen wir das auch…

Bei einer Mala mit 54 Perlen geht man genauso vor, muss nur an der Guruperle zwangsläufig „wenden“, da man ja erst die Hälfte erreicht hat. 

Pflege

Eine Mala im täglichen Gebrauch steht unter starken Beanspruchungen. Eine regelmässige Reinigung und Pflege sollte selbstverständlich sein. Aber wie?

Es kommt immer auf die verwendeten Materialien an. Malas aus Sandelholz, Rukshala, Rosenholz oder Bodhisamen sollten in milder Seifenlauge eingeweicht und mit einer weichen Bürste gereinigt werden um Rückstände von Fett, Schweiß und Schmutz gründlich zu entfernen. Auch eine Quaste sollte vorsichtig in Seifenwasser eingeweicht  und gründlich ausgespült werden. Danach in Ruhe trocknen lassen.

Malas aus Edelstein kann man öfter mit lauwarmen Wasser abspülen und gut abtrocknen. Hitze und zuviel Spülmittel machen Schnüre und Steine spröde und anfällig. Das sollte man vermeiden. Edelsteinmalas kann man auch gern unter fließendem Wasser entladen und danach auf Bergkristallen wieder aufladen. Auch ein Bad in der (nicht zu starken) Sonne tut ihnen gut.

Handmala mit Tigerauge & Malachit.