Welche Meditationsformen gibt es?

Meditationsformen

Es gibt unzählige Formen, wie man meditieren kann. Nicht jede ist für unser heutiges, modernes Leben geeignet. Die kleine Übersicht hier ist nur ein Auszug aus den unendlichen Möglichkeiten und Formen. Jeder kann seine eigene Form der Meditation finden und seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten anpassen. Meditation ist etwas sehr individuelles und persönliches. Jeder Meditierende hat andere Vorraussetzungen und Prämissen. Meditation ist nicht an eine Religion gekoppelt. Es gibt kein Dogma. Meditation ist die Freiheit des Geistes. Nur darauf kommt es an.

Stille Meditation

Die stille Meditation wird unter anderem auch in der christlichen Religion geübt. Wer mit Rosenkranzgebet und dem tiefen Betrachten von Bibelpassagen Erfahrung hat, ist wahrscheinlich schon mit der stillen Meditation vertraut.
Hier wird in Stille verharrt und die Aufmerksamkeit immer wieder beim Gewahrenden in die Stille gelenkt. So wird eine absolute Gedankenlosigkeit angestrebt, in dem der Geist frei ist.
Es gibt für die stille Meditation keine besondere Körperhaltung oder Bestimmungen. Man sollte sich möglichst nicht bewegen, um die Konzentration nicht zu stören. In der stillen Meditation erschließen sich oft neue Zusammenhänge und Möglichkeiten und erlauben dem Geist mehr Gelassenheit im Alltag.

Geistesruhe-Meditation

Hier konzentriert man sich auf ein Detail des Körpers oder auf eine Empfindung. Oft wird dafür der Atem verwendet. Man konzentriert sich dabei auf den genauen Ablauf des Ein- und Ausatmens. Den Weg der kalten einströmenden Luft, das Heben und Senken der Bauchdecke.
Auch ein inneres Bild oder Mantra erfüllt diesen Zweck. Der Geist entspannt sich bei der Konzentration und wird dabei entleert.

Achtsamkeitsmeditation

Die Achtsamkeitsmeditation kommt aus der buddhistischen Tradition. Diese Meditation benötigt eine aufrechte Sitzposition im Schwebefeld zwischen Spannung und Entspannung. Hier konzentriert man sich auf Empfindungen und Gefühle des Körpers. Auch Sinneseindrücke der Umwelt werden aktiv wahrgenommen. Der Meditierende beobachtet quasi in der Position eines neutralen Betrachters sich selbst und seine Umwelt. Er nimmt alle Gedanken, Gefühle und Sinneseindrücke aktiv wahr, bewertet sie aber nicht. Dadurch werden Gedanken und Gefühle aufgelöst und ein Zustand völliger Gelassenheit erreicht. Der Meditierende kommt irgendwann zur Erkenntnis, das alle Gedanken und Gefühle lediglich Momentaufnahmen des Geistes sind. Sie sind flüchtig und beeinflussen das Selbst nicht. Die Einheit und Verbundenheit aller Dinge wird erkannt und verinnerlicht, was eine tiefe Zufriedenheit und Gelassenheit zur Folge hat.

Zen-Meditation (Zazen)

Zaren kommt aus Japan und heisst übersetzt: „einfach sitzen“.
Man sitzt aufrecht im Lotus, halben Lotus oder im Diamantsitz. Zazen
Ist der Achtsamkeitsmeditation sehr ähnlich, geht aber weit über diese hinaus. Hier wird in Verbindung mit dem Fluss des Atems und Sinneseindrücken im Innen und Außen eine tiefe Verbundenheit im Jetzt und hier hergestellt. Auch hier nimmt der Meditierende eine Beobachterrolle seiner selbst ein. Das Bewusstsein wird ausgedehnt und Blockaden in Körper und Geist werden aufgelöst. Es gibt weder Ziel noch Richtung, nur das Hier und Jetzt ist existent. Diese Geisteshaltung bringt eine maximale Ruhe und Gelassenheit in Körper und Geist des Meditierenden und überträgt sich bald auf den Alltag.
Zaren ist die hohe Kunst der Meditation. Der Anfang ist mühevoll und beschwerlich, aber er lohnt sich.

Aktive Meditationstechniken

Auch im aktiven Zustand kann man meditieren. Beste Beispiele sind Yoga, Gehmeditation (Zen), Dynamische Meditation, Bodyscan, Kundalinimeditation und Vipassanameditation, bei der die Konzentration immer auf das gerichtet ist, was man gerade tut.
Immer wenn man etwas sehr intensiv tut, wenn man im „Flow“ ist, das ist man konzentriert und meditiert unterbewusst dabei. Jeder kennt diesen Zustand. Es ist ein beglückender Zeitvertreib. Wenn man diesen zeitlos schönen Zustand immer wieder reproduzieren kann- wäre das nicht wunderbar?
Die Gute Nachricht ist: es geht! Die schlechte Nachricht ist: es erfordert Disziplin und Durchhaltevermögen.

Doch der Einsatz von Zeit und Geduld lohnt sich wirklich!